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Corporate Design für Honeysuckle

Ein verbindendes
Element

Wortmarke von Honeysuckle auf dunklem Hintergrund mit frei verteilten kleinen 3D-Elementen, die technische Icons zeigen.

Für Honeysuckle, ein Leipziger Tech-Start-up, habe ich ein Corporate Design entwickelt, das technische Komplexität in eine klare visuelle Sprache übersetzt. Ausgangspunkt war der Name selbst und die Idee des Verbindens, Umschlingens und Verknüpfens. Daraus entstand ein Erscheinungsbild, das zwischen Graphdatenbank, Leiterplatte, Code-Branching und Kletterpflanze eine überraschend stimmige Klammer findet.

Bereich: Corporate Design /
Umfang: Recherche, Analyse, Ideenentwicklung, Konzept, Logo, Farbwahl, Schriftwahl, Print, Digital /
Kooperation: Charlie Pite, Berlin (Text)

Honeysuckle-Wortmarke in heller Negativversion auf dunklem Grund.
Honeysuckle-Wortmarke in dunkler Positivversion auf hellem Grund.

Eine Neugründung mit Ambition brauchte früh einen belastbaren Auftritt

Honeysuckle stand bei Projektbeginn ganz am Anfang. Es gab einen Namen, eine technische Idee und zwei Gründer mit Erfahrung, Anspruch und einem sehr klaren Bild davon, wie sie wahrgenommen werden wollten. Gesucht war kein provisorischer Start-up-Look, sondern ein professioneller Auftritt, der Kompetenz und Souveränität vom ersten Moment an sichtbar macht. Der spätere Verlauf des Unternehmens hat gezeigt, wie wichtig diese frühe Entscheidung war: Das Erscheinungsbild musste offen genug bleiben, um auch einen Pivot mittragen zu können.

Herleitung der Honeysuckle-Bildmarke mit Varianten und Konstruktionsidee.

Der Name gab die Richtung vor

Die leitende Idee lag im Namen Honeysuckle, also im Geißblatt. Diese Pflanze wächst, indem sie sich windet, Strukturen umschlingt und sich an ihnen emporarbeitet. Darin steckte für mich der entscheidende Gedanke. Von dort aus öffnete sich ein ganzes Feld weiterer Assoziationen: Leiterplatinen und ihre Lötstellen, Git und GitHub mit Branching und Merging, graphbasierte Systeme, Synapsen, visuelle Editoren, Wireframes, Knoten und Verbindungen. Über allem stand der Gedanke „Connecting the dots“: Einzelne Punkte werden verbunden, Systeme werden lesbar, aus vielen Elementen entsteht Zusammenhang.

Ein H, das Verbindung sichtbar macht

Das Logo verdichtet diese Idee in einer sehr reduzierten Form. Es zeigt den Buchstaben H mit kreisförmigen Abschlüssen an allen vier Ausläufern. Dadurch bleibt das Zeichen als Initial sofort lesbar und öffnet zugleich eine zweite Bedeutungsebene. Man kann darin Knotenpunkte, Anschlüsse, Netzwerke, Interfaces oder graphartige Systeme sehen. Gerade diese Offenheit macht das Zeichen stark.

Es behauptet nicht zu viel und bleibt trotzdem einprägsam. Das Logo bewegt sich in einer technischen Welt, ohne an ein einzelnes Produkt oder einen zu spezifischen Use Case gebunden zu sein. Genau das war mir wichtig. Die Marke sollte von Anfang an professionell wirken und zugleich offen genug bleiben, um mit dem Unternehmen zu wachsen.

Honeysuckle-Bildmarke in Form des Buchstabens 'H' mit kreisförmigen Endpunkten.
Grafisches Muster aus dem Logo des Honeysuckle-Corporate-Designs zeigt an kreisförmigen Endpunkten vielfach ineinandergreifende H-Buchstaben.

„Das matcht einfach. Tobias hat ein Talent, seine Kunden zu verstehen und meistens schon beim ersten Wurf etwas zu liefern, das zu 99% passt. Er sieht es halt aus unseren Augen und das wissen wir zu schätzen. Weil er sich besonders gut in uns reinfühlen kann und — ich weiß nicht, ob es nur bei uns so ist, aber — ich nehme mal an, dass auch anderen Kunden auffällt, wie gut er mitdenken kann und oft noch einen Schritt weiterdenkt als andere Dienstleister. Diese proaktive Arbeitsweise — das ist unique.“

Nicolas Brendel, Gründer & CEO

Visitenkarte von Honeysuckle im Corporate Design.
Zweite Variante der Honeysuckle-Visitenkarte mit Rückseite, die einen QR-Code zeigt.

Die Sprengkraft einer eigenen Formensprache

Für Honeysuckle entwickelte ich eine eigene visuelle Sprache mit gläsernen, dreidimensionalen Elementen, die gelernte Symbolik aus Programmiersprachen, Cloud-Infrastruktur und technischer Laborumgebung aufgreifen. In Wechselwirkung mit dem Logo entstand ein Spannungsfeld, das ich bis heute sehr passend finde: ein sehr präzises, fast strenges Zeichen im Zentrum und darum herum eine dynamische, räumliche, technisch aufgeladene Bildwelt. Gerade diese Kombination verleiht dem Auftritt einen Charakter mit disruptivem Wesen. Er wirkt kontrolliert und offen zugleich, konstruiert ein neues Ganzes, das alte Fragmente sprengt.

Key Visual von Honeysuckle mit technischer 3D-Form zwischen Testbench und Cloud-Infrastruktur.

Gelb, Schwarz und technische Ruhe

Die Farbwelt arbeitet vor allem mit einem markanten Gelb und einem fast schwarzen Grundton. Das Gelb bringt Energie, Sichtbarkeit und eine gewisse Eigenwilligkeit mit. Das Schwarz gibt dem Auftritt Tiefe, Konzentration und Ruhe. Zusammen entsteht eine Wirkung, die modern und technisch erscheint, ohne steril zu werden.

Dazu kam eine Wortmarke in Karelia, einer Schriftart mit markantem, zeitgemäßem und durchaus technischem Charakter. Im Zusammenspiel mit dem reduzierten Signet ergibt sich genau die Balance, die das Projekt brauchte: Präzision im Kern, Eigenheit im Ausdruck.

Farbwelt des Honeysuckle-Corporate-Designs bestehend aus Primärfarben Gelb und Schwarz sowie Sekundärfarben Grün und Rot.
Beispiele der Schriftart Karelia, die im Corporate Design von Honeysuckle verwendet wird.

Die Website war die eigentliche Bühne

Am stärksten zeigt sich die Identität auf der Website. Dort musste das System nicht nur repräsentieren, sondern tragen. Die Seite entstand vollständig im Dark Mode und wurde von mir auch strukturell mit Blick auf Conversion entwickelt. Hinzu kamen Pitch Deck, Faltblatt, Roll-up und die Benutzeroberflächen verschiedener Produkte.

Gerade daran lässt sich die Qualität eines solchen Systems ablesen. Ein Corporate Design für ein Tech-Unternehmen darf nicht bei der Startseite enden. Es muss auch im Produktumfeld, in Vertriebsmedien und in digitalen Interfaces funktionieren. Bei Honeysuckle war genau das der Fall.

Startseite der Honeysuckle-Website im Dark Mode auf einem MacBook in dunkler Umgebung.

„Mit einem Augenzwinkern: Wir sind zu 99% zufrieden, auch weil 100% einfach unglaubwürdig wären. Aber vor allem, weil wir sehr wenig miteinander reden müssen, was gut ist. Denn es zeigt, wie gut Tobias uns als Kunde versteht, sich in uns hineinversetzen kann und unsere Ideen und Vorstellungen auf den Punkt ins Visuelle übertragen kann. Man kann sich einfach auf ihn verlassen und wer in sein Know-how vertraut, wird am Ende genauso begeistert sein, mit ihm zu arbeiten, wie wir es sind.“

David Neumair, Gründer & CTO

Startseite der Honeysuckle-Website im Dark Mode auf einem iPad in dunkler Umgebung.
Mobile Ansicht der Honeysuckle-Website auf einem Smartphone.
Honeysuckle-Roll-up oder Präsentationsdisplay im Messesystem.
Monitor zeigt grafische Benutzeroberfläche (UI) der Software von Honeysuckle mit technischem Setup-Schema und vernetzten Modulen.
Monitor zeigt grafische Benutzeroberfläche (UI) der Software von Honeysuckle mit Überblick über Geräte und Daten im Dashboard.
Workspace-Oberfläche der Software von Honeysuckle mit Messdaten aus der Arbeit mit vernetzten Geräten und Testumgebungen.

Was das Projekt für mich ausmacht

Honeysuckle zeigt für mich sehr gut, wie aus einem Namen eine tragfähige Markenidee entstehen kann. Die Pflanze, ihre Bewegung, das Motiv des Verbindens und die Welt digitaler Systeme kamen hier ohne Zwang zusammen. Daraus entwickelte sich ein Zeichen, das technisch lesbar ist, aber nicht kühl wirkt. Und daraus wiederum wuchs ein Erscheinungsbild, das vom Pitch Deck bis zum Produktumfeld funktioniert hat.

Darauf bin ich an diesem Projekt besonders stolz: auf die Klarheit der Grundidee und auf ein System, das gerade deshalb flexibel blieb, weil es sich auf eine tragfähige innere Logik stützte.