Print Design für QLEE
Strukturwandel
lesbar machen
Mit dem Praxisleitfaden „Strukturwandel braucht Verbündete“ bündelt QLEE die Erfahrungen aus vier Jahren Verbundarbeit in der Lausitz und richtet sich an Menschen, die ähnliche Qualifizierungsverbünde aufbauen oder weiterentwickeln wollen. Die gestalterische Aufgabe bestand darin, einen umfangreichen, fachlich dichten Leitfaden in eine klare, lesbare und inspirierende Publikation zu übersetzen.
Bereich: Print Design /
Umfang: Layout, Satz, Gestaltung, Informationsgrafiken, Illustration, Editorial Design /
Ein Leitfaden mit öffentlichem Anspruch
QLEE wollte seine Arbeit nicht nur dokumentieren, sondern für andere Regionen anschlussfähig machen. Das Handbuch versteht sich ausdrücklich als Leitfaden und als Blaupause für all jene, die sich auf denselben Weg begeben wollen. Genau darin lag die besondere Qualität der Aufgabe: Die Broschüre sollte Wissen aus einem regionalen Transformationsprojekt so aufbereiten, dass es über den eigenen Kontext hinaus lesbar, nützlich und motivierend wird.
80 Seiten, viel Substanz, klare Ordnung
Die eigentliche Herausforderung bestand darin, einen inhaltlich dichten und teilweise wissenschaftlich geprägten Textkörper in eine Publikation zu übersetzen, die trotz ihres Umfangs nicht schwer wirkt. Das Inhaltsverzeichnis zeigt schon, wie viele Ebenen hier zusammenkommen: geopolitische Einordnung, Zielgruppen, Verbundstruktur, Rollenprofile, Netzwerkpartnerschaften, Kommunikationsstrategien, Best Practices, Transferformate, Evaluation und ein umfangreicher Anhang mit Checklisten und Prozessvorlagen. Solcher Stoff braucht kein Mehr an Unruhe, sondern ein Layout, das Ordnung schafft und den Leser durch das Material führt.
„Unser Werk gewinnt enorm durch die grafische Gestaltung!“
Rückmeldung aus dem Projekt
Ruhe im Satz, Dynamik im Aufbau
Deshalb ist die Broschüre sehr aufgeräumt gesetzt. Eine angenehme Zeilenlänge, linksbündiger Fließtext und klar gestaffelte Hierarchien sorgen dafür, dass die 80 Seiten nicht wie ein Block wirken. Überschriften, Listen und hervorgehobene Elemente brechen den Satz behutsam auf und geben dem Layout Bewegung, ohne die Lesbarkeit zu stören. Auch Infografiken folgen diesem Prinzip: Sie sitzen sauber im Satzspiegel, brechen aber über seitliche Hinterlegungen kontrolliert aus dem Textblock aus. So bleibt die Ordnung erhalten und die Seite gewinnt dennoch Spannung.
„Das Handbuch macht einen sehr guten Eindruck.“
Rückmeldung aus dem Projekt
Kapitelauftakte als visuelle Atemräume
Wichtig waren mir außerdem die Kapitelauftakte. Das Handbuch lebt stark aus Text, Argumentation und Struktur. Gerade deshalb wollte ich den Übergängen zwischen den Kapiteln eine größere Bildkraft geben. Jedes Hauptkapitel beginnt mit einem großformatigen Motiv, das dem jeweiligen Thema eine grafische Verdichtung gibt und der Publikation mehr Wertigkeit verleiht. Diese Motive sind nicht bloß Schmuckwerk. Sie tragen den inhaltlichen Charakter der Kapitel mit. Was mir daran besonders gefällt, ist die Art, wie sich die großflächigen Illustrationen harmonisch in das bestehende Corporate Design von QLEE einfügen, obwohl sie einen neuen Ausdruck darstellen und das bisherige visuelle Repertoire erweitern.
„Das Layout und die Motive gefallen allen Partnern richtig gut.“
Rückmeldung aus dem Projekt
Für die Verbreitung im digitalen Raum gedacht
Auch dieses Projekt war von Anfang an als PDF mitgedacht. Das Handbuch wird digital verbreitet und soll möglichst leicht per Mail oder Download zugänglich sein. Die Datei ist deshalb erstaunlich schlank geblieben. Dass das funktioniert, liegt vor allem an den Vektorgrafiken im Innenteil. Sie benötigen deutlich weniger Speicher als stark komprimierte Pixelbilder. So konnte die Publikation trotz ihrer Länge schnell und ohne Qualitätsverlust im digitalen Raum zirkulieren. Für mich gehört auch das zur Gestaltung: nicht nur, wie etwas aussieht, sondern wie gut es sich tatsächlich verbreiten lässt.
Was das Projekt für mich ausmacht
Der QLEE-Praxisleitfaden ist für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, was Print Design leisten kann, wenn eine Publikation mehr ist als bloße Dokumentation von Wissen. Hier geht es nicht nur darum, Ergebnisse aus vier Jahren Verbundarbeit festzuhalten, sondern sie so aufzubereiten, dass andere damit weiterdenken und weiterarbeiten können. Genau das sieht man dem Handbuch an. Hinter QLEE stehen Menschen, die ihre Erfahrungen nicht für sich behalten, sondern nutzbar machen wollen — als Orientierung, als Ermutigung und als Angebot an andere Regionen im Wandel. Meine Gestaltung sollte diese Haltung nur ins Visuelle übersetzen.