Corporate Design für Studio Hartensteiner
Wenn die Form der
Faszination folgt
Das Leipziger studio Hartensteiner arbeitet multidisziplinär in den Bereichen Produkt- und Industriedesign sowie Raum-, Objekt- und Ausstellungsgestaltung. Für die Neuentwicklung des Corporate Designs stellte ich mir die Frage: Wie bannt man dreidimensionalen Raum auf zweidimensionale Fläche? Entstanden ist eine Formensprache, die Präzision, gestalterische Sorgfalt und konzeptionelle Stärke sichtbar macht — in der Tradition der Strukturalen Konstellationen von Josef Albers.
Bereich: Corporate Design /
Umfang: Recherche, Analyse, Beratung, Positionierung, Corporate Design, Logo, Geschäftsausstattung, Visitenkarten, Briefbogen, Kuverts, Stempel, Webdesign /
Ein Relaunch aus dem Wunsch nach größerer Passung
Studio Hartensteiner war als Unternehmen längst etabliert, das bestehende Erscheinungsbild spiegelte den eigenen Anspruch jedoch nicht mehr ausreichend wider. Gesucht war deshalb mehr als eine optische Überarbeitung. Das neue Corporate Design sollte klarer zeigen, wie das Studio arbeitet, worauf es Wert legt und mit welcher Haltung es Projekte entwickelt.
Am Anfang stand eine intensive Auseinandersetzung mit Branche, Zielgruppen, Konkurrenz und Positionierung. Daraus entstand ein gedanklicher Kern, der das gesamte Projekt getragen hat: die Suche nach einer Form, die nicht beliebig ist, sondern aus einer präzisen Idee folgt und im Ergebnis Bestand hat.
Finde die Form, die dir folgt
Aus dieser Positionierung entwickelte ich den Claim „Finde die Form, die dir folgt“. Der Satz knüpft an den bekannten Gedanken form follows function an, verschiebt ihn aber in eine stärker anwenderbezogene Richtung. Im Vordergrund steht nicht bloß die Funktion, sondern die Frage, welche Form dem Menschen, seiner Nutzung und seinem Anspruch wirklich entspricht.
Gerade darin liegt für mich die Stärke des Claims. Er beschreibt die Arbeitsweise des Studios sehr genau: Formen werden nicht gesetzt, weil sie formal gefallen, sondern gefunden, weil sie inhaltlich tragen.
Eine unmögliche Figur als Bildmarke
Die größte Herausforderung lag in einem offensichtlichen Widerspruch: Für ein Studio, das stark in räumlichen und dreidimensionalen Zusammenhängen denkt, sollte ein zweidimensionales Zeichen entstehen. Die Lösung fand ich in der Idee der unmöglichen Figur. Das Logo ist flächig angelegt, wirkt in der Wahrnehmung aber räumlich. Es eröffnet mehrere Lesarten und verlangt einen aktiven Blick.
Genau das machte es für Studio Hartensteiner passend. Das Zeichen steht nicht still. Es bewegt sich mit dem Betrachter und bringt damit jene Offenheit und Präzision zusammen, die auch die Arbeit des Studios prägen.
Reduktion mit Tiefe
Ausgehend von der bisherigen Formensprache entstand eine neue Bildmarke mit klarer, reduzierter Gestalt und hohem Wiedererkennungswert. Sie erinnert an einen Stein, an ein architektonisches Zitat, an ein offenes Fenster oder an Einblick und Ausblick. Vor allem aber schafft sie etwas, das hier entscheidend war: eine Form mit Spannung. Das Logo wirkt nicht wie eine bloße Fläche, sondern wie ein Konstrukt, das sich im Blick des Betrachters erst wirklich entfaltet. Gerade darauf bin ich an diesem Projekt besonders stolz. Das Zeichen ist keine ruhende Marke, sondern eine visuelle Behauptung über Wahrnehmung, Form und Raum.
Was das Projekt für mich ausmacht
Studio Hartensteiner ist für mich ein gutes Beispiel dafür, wie weit Identity Design greifen kann, wenn es bei der Positionierung ansetzt und nicht erst bei der Oberfläche. Das neue Zeichen ist keine isolierte Grafik, sondern die Verdichtung eines großen Gedankens. Es übersetzt Haltung in Wahrnehmung und macht aus einer abstrakten Idee ein sehr konkretes Bild.
Darauf bin ich an diesem Projekt besonders stolz: auf ein Zeichen, das sich mit dem Blick des Betrachters bewegt — und auf ein Erscheinungsbild, das bis heute trägt, gerade weil es aus einer tragfähigen Idee heraus entwickelt wurde.