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Vier Jahre QLEE sind vier Jahre Design für ein Transformationsprojekt

Was gutes Kommunikationsdesign in vier Jahren QLEE leisten musste: Orientierung, Wiedererkennung und Zusammenhang.

Blog Design
Zwei Flaggen mit dem Logo von QLEE vor blauem Himmel.

Die Bilanzveranstaltung von QLEE im September 2025 war nach außen ein sichtbarer Meilenstein: fast 100 Teilnehmende, politische Präsenz, Workshops, Rückblick und Ausblick. Aus meiner Sicht vor allem deshalb interessant, weil sich dort etwas bündelte, das über vier Jahre gewachsen ist: ein visuelles System, das einem komplexen Projekt Form, Wiedererkennung und Zusammenhang gibt.

Ich begleite QLEE von Beginn an. In der Anfangsphase sind Logo, Erscheinungsbild und One-Pager, später Broschüren, Roll-ups, Website und zuletzt ein 80-seitiges Handbuch entstanden. Die Bilanzveranstaltung war deshalb weniger ein isoliertes Ereignis als ein Moment, in dem sichtbar wurde, was Gestaltung über längere Zeit leisten kann.

Ein Projekt wie QLEE braucht mehr als einzelne Gestaltungselemente

QLEE ist kein einfaches Produkt mit einer klar umrissenen Botschaft. Es ist ein Verbund im Strukturwandel, angesiedelt zwischen Wirtschaft, Weiterbildung, Wissenschaft, Kommunen, Politik und Zivilgesellschaft. Genau darin liegt die kommunikative Herausforderung.

Solche Projekte sprechen nicht nur eine Zielgruppe an. Sie müssen über verschiedene Kanäle hinweg unterschiedliche Akteure erreichen und trotzdem als zusammenhängender Auftritt erkennbar bleiben. Ein Logo allein reicht dafür nicht. Erst das Zusammenspiel aus Typografie, Farben, Bildsprache, grafischen Regeln und wiederkehrenden Strukturen schafft die nötige visuelle Klammer.

Slideshow items

  • Logo von QLEE – Qualifizierungsverbund in der Lausitz für Erneuerbare Energien in der Lausitz.
  • Broschüren im Format DIN Lang als Beispiel für die gedruckte Projektkommunikation von QLEE.
  • Website von QLEE auf einem iPad.

Gute Gestaltung hält Komplexität aus, statt sie zu überdecken

In Projekten wie QLEE geht es um Themen, die schnell abstrakt werden: Strukturwandel, Fachkräftesicherung, Qualifizierung, Energiewende, Vernetzung. Gestaltung kann diese Komplexität nicht auflösen. Aber sie kann sie ordnen.

Genau darin liegt aus meiner Sicht ihre eigentliche Aufgabe. Nicht alles gefälliger aussehen zu lassen, sondern Informationen so zu strukturieren, dass Zusammenhänge erkennbar werden. Gute Gestaltung setzt Prioritäten, baut Hierarchien auf und schafft Orientierung. Sie macht ein Projekt nicht einfacher, aber verständlicher.

Die Bilanzveranstaltung war dafür ein guter Beleg

Bei der Bilanzveranstaltung zeigte sich diese Aufgabe sehr konkret. Die großformatigen Plakate, die ich für QLEE gestaltet habe, waren nicht bloß Begleitmaterial. Sie halfen dabei, die Arbeit der vergangenen Jahre räumlich und inhaltlich lesbar zu machen.

Gerade bei einer Bilanzveranstaltung ist das entscheidend. Rückblicke geraten leicht in eine Form, in der viel gesagt, aber wenig greifbar wird. Die Plakate haben hier eine andere Funktion übernommen: Sie verdichteten Themen, machten Schwerpunkte sichtbar und gaben dem Tag eine zusätzliche Ordnungsebene. Damit wurden Inhalte nicht nur präsentiert, sondern übersetzt.

Person hält Plakat für die Bilanzveranstaltung von QLEE mit vielen Infografiken und Karte der Lausitz.

Besonders deutlich wird das im Handbuch

Noch klarer zeigt sich dieser Anspruch im aktuellen Praxisleitfaden „Strukturwandel braucht Verbündete“, den ich ebenfalls gestaltet habe. Aus inhaltlicher Sicht bündelt die Publikation Erfahrungen, Methoden, Checklisten und Empfehlungen für die Arbeit in Qualifizierungsverbünden. Gestalterisch musste daraus ein Dokument werden, das nicht nach internem Projektpapier aussieht, sondern nach einer Publikation, mit der man arbeiten kann.

Genau dort beginnt für mich Kommunikationsdesign. Nicht bei der Frage, wie etwas ansprechender wird, sondern bei der Frage, wie Information in eine Form kommt, die Nutzung ermöglicht. Ein gutes Handbuch muss nicht nur gelesen, sondern verstanden, wiedergefunden und weiterverwendet werden können.

Slideshow items

  • Cover in zwei Sprachen Deutsch und Englisch für das QLEE-Handbuch „Strukturwandel braucht Verbündete“.
  • Doppelseite aus dem QLEE-Handbuch als Beispiel für Editorial und Print Design mit Illustration.
  • Mehrere Doppelseiten des QLEE-Handbuchs mit strukturierten Inhalten und großflächigen Illustrationen.

Der eigentliche Wert zeigt sich über die Zeit

Nach vier Jahren interessiert mich an einem Projekt wie QLEE nicht in erster Linie, ob eine einzelne Anwendung gelungen ist. Interessanter ist, ob über die Zeit ein belastbarer Zusammenhang entstanden ist. Ob eine Website, eine Broschüre, ein Social-Media-Motiv, ein Roll-up oder eine Veranstaltungsgrafik als Teil derselben Idee lesbar bleiben. Ob Gestaltung Vertrauen schafft, weil sie nicht bei jedem Anlass neu ansetzt. Und ob sie dazu beiträgt, dass ein Projekt nicht nur sichtbar, sondern verständlich wird.

Vielleicht ist das die knappste Form dessen, was ich aus der Arbeit für QLEE mitnehme: Kommunikationsdesign zeigt seinen Wert nicht im isolierten Auftritt, sondern in der Dauer. Dann, wenn über Jahre hinweg neue Formate, neue Inhalte und neue Anforderungen dazukommen — und trotzdem ein Zusammenhang erkennbar bleibt.

Selten habe ich Design- und Grafikarbeiten erlebt, die so stimmig, rund, modern und auf den Punkt waren. Tobias brennt für seinen Job und dafür, seinen Kund:innen und Geschäftspartner:innen Topergebnisse zu präsentieren. Ich kann ihn wirklich wärmstens jedem und jeder empfehlen, der und die einen starken Grafiker an seiner Seite braucht.

Olga Vaulina, Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)